3D-Druck – Bei uns heute Alltag

„Yes, we scan“ .
Für den Verband deutscher Sprache war es die Schlagzeile des Jahres 2013 und bezog sich auf die US-Überwachung des europäischen Internet-Verkehrs.
Schon ein Jahr früher veröffentlichte die Fachzeitschrift „Hörakustik“ den Titel-Artikel von mir unter der gleichen Überschrift.
Es ging hier aber nicht um Politik, sondern um den größten amerikanischen Fachkongress „Audiology Now“ und die dort vorgestellten, neuen Techniken des Ohrscans.

Heute hat der direkte Scan des Ohres immer noch nicht die gewünschte Marktreife erreicht.

Seit Anfang 2017 hat Keibel Hörgeräte alle Betriebsstätten mit Abdruckscannern ausgestattet und damit dem 3D-Hörkonzept eine ganz andere Facette hinzugefügt.

Genauigkeit
Nach der traditionellen Ohrabformung kommen die Ergebnisse sofort in den Abruckscanner, der die Ohrform genau digitalisiert ausgibt. Das Schrumpfen des Abformmaterials oder eine Verformung auf dem Transportweg ist damit als Fehlerquelle ausgeschlossen.

Reproduzierbarkeit
Einmal digitalisierte Ohrabformungen sind im Rechnersystem unveränderbar gespeichert und können immer wieder verwendet werden. Geht ein Hörgerät verloren, können wir dadurch sofort für Ersatz sorgen.

Neue Formen
Nach dem Scan folgt das Modelling der Otoplastik oder des Im-Ohr-Hörgerätes am Computer. Der Hörer des Hörgerätes kann am Bildschirm optimal in den Gehörgang platziert und Bohrungen und Restvolumen berechnet werden. Ganz neue Formen werden durch die 3D-Drucktechnik erst möglich.

Große Materialauswahl
Im 3D-Drucker können nur wenige medizinisch zugelassene Materialen direkt verarbeitet werden. Weiche Silikon-Otoplastiken und Gehörschutz werden durch Casting ermöglicht, ein System bei dem aus dem 3D-Drucker eine individuelle Spritzguss-Form kommt.
Das beliebte hartweiche Material kann dagegen nur von einem sehr aufwendigen 5 Achsen-Fräser hergestellt werden und ist deswegen immer noch sehr teuer.

Unsere Manufaktur bleibt bestehen.
Trotz der vielen Vorteile des digitalen Labors bleibt die Manufaktur in unserem Stammsitz bestehen, weil in den traditionellen Materialen und Methoden die Erfahrung von der Fertigung vieler zehntausend Im-Ohr-Geräten und Otoplastiken steckt, die nicht immer in die digitale Welt übertragen werden kann. Keibel Hörgeräte ist damit eines der wenigen Unternehmen, das seinen Kunden das Beste aus beiden Welten bieten kann.