Henning Scherf Keibel Hörgeräte Kundenstimme 3

Mein Rollator für die Ohren

Henning Scherf, 80, war von 1995 bis 2005 Bürgermeister (SPD) in Bremen. Das Thema Älterwerden beschäftigt ihn schon lange. Hörgeräte sind für ihn Hilfsgeräte, ohne die es irgendwann nicht mehr geht. Henning Scherf trägt Signia Pure 7 bx, angepasst im Keibel-Stammhaus.

Herr Dr. Scherf, vielleicht können Sie zunächst erst einmal sagen, was Hören für Sie bedeutet?

Das ist die Voraussetzung zum Kommunizieren. Wer nicht mehr hört, nimmt nicht mehr teil an der Kommunikation. Da das Kommunizieren zum Wesen des Menschseins gehört, ist das natürlich eine ziemlich große Einschränkung.

Wann haben Sie denn gemerkt, dass es bei Ihnen Einschränkungen geben könnte?

Ich wohne ja seit 31 Jahren mit zehn Freunden zusammen in einem Haus, unserer Wohngemeinschaft. Wir werden immer älter. Und bei unserem Älterwerden war ich nicht der erste, der Hörprobleme hatte, sondern ausgerechnet unser HNO-Arzt in der Gemeinschaft.
Ich war der nächste. Ich hab mich erst lange gewehrt und gedacht, das brauche ich alles gar nicht.
Meine Frau hat dann irgendwann gesagt: „Du sitzt bei uns in der Runde und verstummst – lachst uns nur noch freundlich an, aber wir alle wissen, du kriegst überhaupt nicht mehr mit, was wir reden. Und wenn wir mit dir kommunizieren wollen, müssen wir immer lauter brüllen und das strengt uns an. Und nun bitte sehr: Mach was!“

Und dann haben Sie was gemacht?

Dann bin ich bei einer Gesundheitsmesse hier in Bremen an Jochen Keibel geraten und zack, hat er mich gekrallt und ich habe einen Hörtest gemacht – und schwuppdiwupp war ich sein Kunde. (Anmerkung: Auf der mylife – Messe für Prävention und Gesundheit ist 2015 das Foto entstanden, dass Henning Scherf mit den Kopfhörern zeigt)
Dann haben die mir vertrauten HNO-Ärzte gesagt, es könnte passen mit dem Hörgerät für das rechte Ohr. Jochen Keibel sagte dann, für nur ein Ohr sei das nicht so gut. Man sollte gleich zwei Hörgeräte haben, damit die sich dran gewöhnen und sich gegenseitig korrigieren und balancieren.

Und seitdem tragen Sie die Hörgeräte…

Seitdem trage ich diese Siemens-Geräte. Ich habe ganz große Mühe gehabt, mich daran zu gewöhnen. Hab sie gerne liegen lassen, gerne weggesteckt, gerne rausgenommen. Nun habe ich jahrelange Erfahrung und langsam gelernt, wie man diese Dinger bedienen muss. Wie man die laut und leise stellt. Im Konzert zum Beispiel hab ich am Anfang gar nicht mit den Dingern umgehen können, weil die Orchestertönen immer schriller wurden. Das hab ich inzwischen rausgekriegt, wie man das aussteuern kann.
Wenn man alt wird, muss man sich damit vertraut machen, dass es mit der Hörfähigkeit nicht gleich bleibt, sondern dass es Alterserscheinungen gibt. Da ist es eine Hilfe, wenn man sich auf diese Technik einlässt.

Sie empfinden das also als Hilfe?

Ich bin immer noch unsicher. Ich verstehe die, die sagen, sie möchten möglichst lange ohne solche Geräte auskommen. Die Selbstbestimmung ist beim Älterwerden einfach wichtig.
Erst muss man sich lange auf Hörgeräte einstellen. Und wenn man sich umgestellt hat, dann ist man darauf angewiesen. Dann macht es keinen Sinn mehr zu sagen, dass ist Quatsch. Das ist wie eine Gehhilfe. Es ist mein Rollator für die Ohren.
Aber: Die Abneigung, die ich früher dagegen hatte und die viele ja heute haben – die ist mir vertraut. Aber da muss man drüber weg. Man muss lernen, damit umzugehen, solche Hilfen anzunehmen. Auch wenn nicht alles paletti ist.

Nun sind Sie also auf die Hörgeräte angewiesen, wie Sie selbst sagen. Was ist Ihnen bei der Versorgung wichtig?

Es ist mir wichtig, dass die Versorgung um die Ecke ist. Deswegen komme ich auch zu Keibel, weil ich um die Ecke wohne. Die sind hier sehr nett und sehr hilfsbereit. Das ist angenehm.